Erinnerungen an den Tsunami 2004 in Khao Lak

Aktuell sind wir in Khao Lak. Wie ich herausgefunden habe, gehört die Region um Khao Lak zu der am meisten betroffenen Regionen vom Tsunami 2004 in Thailand. Zur Erinnerung: am 26. Dezember löste ein Erdbeben Tsunamiwellen aus. Das Erdbeben war ein unterseeisches Megathrust-Erdbeben mit einer Magnitude von 9,1 – 9.3 (je nach Quelle). Megathrust bedeutet, dass die eine tektonische Platte auf die andere geschoben wird, während die andere „unterwandert“. Das Epizentrum lag 85 km vor der indonesischen Insel Sumatra. Es war das drittstärkste jemals aufgezeichnete Beben seit Aufzeichnungsbeginn Ende des 19. Jahrhunderts. Direkte Nachbeben gab es übrigens bis Anfang Januar 2005.

Insgesamt starben durch das Beben und seine Folgen etwa 230.000 Menschen in acht asiatischen Ländern. Über 110.000 Menschen wurden verletzt, über 1,7 Millionen Küstenbewohner rund um den Indischen Ozean wurden obdachlos. Die Wellenenergie breitete sich mehrere tausend Kilometer bis nach Ost- und Südostafrika aus. Es gehört zur tödlichsten Naturkatastrophe der Neuzeit.

In Khao Lak starben damals – je nach Quellen – um die 3.000 bis 10.000 Menschen. Dort sollen die aus dem Erdbeben resultierenden Tsunamiwellen zwischen 6-10 m hoch gewesen sein. Es heißt, dass Ortschaften bis zu 80% zerstört waren. Topologisch gesehen ist Khao Lak flach und die Wellen konnten weit vordringen. Zum Epizentrum gab es keine wesentlichen, vorgelagerten Inseln.

Als Resultat der Katastrophe wurde in Tsunamifrüherkennungsysteme investiert und Tsunami Hazard Zonen ausgezeichnet (siehe Bild oben). Es gibt Fluchtwege und hoch gelegene Tsunami-Rettungshäuser, zu denen man fliegen kann. Es gibt akustische Warnsignale, um die Bevölkerung zu warnen.

Interessante Tsunamidesaster-Karte sowie Videos und Quellen zum Tsunami 2004:

Die Dokumentation von National Geographic anzuschauen war sehr berührend – ich bin hier! Was fällt mir vor Ort auf? Man sieht beispielsweise an den Stränden, dass die meisten Palmen eher jung sind. Die wurden nach der Katastrophe nachgepflanzt. Die Häuser sind aus vergleichbaren Baujahren. Ansonsten gibt es Denkmäler – und auch hier geht das Leben weiter.

Grüße aus der Sonne

Mareike & Tim

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