Der U-Turn auf der Autobahn in Thailand

Ja, du hast richtig gelesen: in Thailand sind U-Turns Standard. Das liegt daran, dass es kaum Kreuzungen im klassischen Sinne gibt. Die Mitte zwischen den zwei Fahrtrichtungen ist bei größeren Straßen oft verbaut, sei es mit Planken oder Grünstreifen. Man fährt also auf seiner Spur und kann immer links abbiegen – hier herrscht Linksverkehr. Rechts abbiegen geht oft nicht.

Wenn man in eine Straße auf der rechten Seite will, fährt man bis zum nächsten U-Turn. Dort dreht man um und kann dann in die Straße rein – sie liegt nun für einen auf der linken Seite. Der Verkehrsfluss funktioniert so richtig gut.

Es gibt wenige Ampeln. Ampeln sind meist im Stadtzentrum mit vielen, vielen Straßen von allen möglichen Seiten oder an besonders verkehrsreichen Punkten, wo kein Kreisel oder Ähnliches möglich war. Anbei ein Blick auf eine Kreuzung mit Ampel.

Links abbiegen darf man hier übrigens immer, wenn frei ist. Die rote Ampel gilt dafür wohl nicht. Oft gibt es für Linksabbieger separate Spuren, so dass sie direkt abbiegen können und der Verkehr im Fluss bleibt.

So sieht ein U-Turn Bereich bei Google Maps aus:

Ein U-Turn Bereich wird vorher angekündigt. Dann biegt man auf die separate Spur ab. Dort wartet man ab, bis man drehen kann und ordnet sich in den Verkehr ein.

Am Anfang hatte ich echt Respekt davor. Ausserhalb der Ortschaft darf man hier 90-120 km/h fahren, je nach Vorgaben. Da muss man einen U-Turn echt wollen! Es klappt erstaunlich gut. Und ja, auch LKWs mit Anhänger drehen über den U-Turn-Bereich. Folgend ein Foto eines LKWs, der Stroh transportiert. Der obere Teil ist extra breit ausgebaut, damit möglichst viel transportiert werden kann.

Die Autobahnen bzw. Schnellstraßen hier sind anders als bei uns. Es gibt keine bestimmten Ein- und Ausfahrten. Stattdessen können Hausein- und -ausfahrten sowie Straßen von überall auf die Autobahn bzw. Schnellstraße führen. Teilweise stehen Essensstände in Sperrflächen in der Mitte der Straße oder direkt an der Straße! Dann parkt man ganz links und kauft sich was – wie verrückt. Die Straßen führen meistens direkt durch die Ortschaften. Mal können sie zweispurig, mal dreispurig, mal vierspurig und auch mal sechsspurig sein.

Im Stadtverkehr kann man so einige Verkehrsteilnehmer treffen: von Rennradfahrern, Mopeds, Tuc Tucs, Pick Ups und überladenden LKWs trifft man so einiges. Als Fußgänger hat man hier „generell keine Rechte“. Wie in anderen asiatischen Ländern werden hier auch Menschen auf der Ladefläche transportiert.

Pick Ups sind hier das Transportmittel der Wahl. Von alt und rostig bis zum aufgemotzten Ford F150 Raptor ist hier alles dabei. Der Pick Up kann flexible verwendet werden. Folgender Verkehrsteilnehmer würde so in Deutschland nie verkehrstüchtig sein.

Anbei ein Bild von einem Songthaew. Es handelt sich um einen umgebauten Pickup-Truck, der als Sammeltaxi oder Transportmittel für Passagiere dient. Wir sind zweimal damit gefahren. Es gibt wirklich angenehmeres.

Während die Hupe meist still bleibt, ist hier der Warnblinker das Mittel der Wahl, sei es zum Danksagen, vor roten Ampeln (weil selten) und Baustellen, beim Beschleunigen nach einem U-Turn und wenn auch immer plötzlich gestoppt wird oder vor etwas gewarnt werden soll.

Es herrscht Linksverkehr mit Linksfahrgebot. Überholt wird von rechts, auch wenn das so einige ignorieren. Es gibt Spezialisten, die fahren im Zickzack vorbei; hauptsache es geht voran. Durchgegriffen wird hier eher weniger.

Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es offiziell, während meistens schneller gefahren wird. In der Stadt sind 60 km/h erlaubt, während außerhalb der Ortschaft oft 90 km/h oder auch mal bis zu 120 km/h möglich sind. Es ist jedoch für uns nicht immer klar, wann man wie schnell fahren darf. Und eigentlich ist es egal, denn es wird so schnell gefahren wie es möglich ist. 120 km/h in der Stadt, alles schon miterlebt.

In Bangkok durfte die rechte Spur 120 km/h fahren, während die mittlere 100 km/h und die linke 80 km/h fahren durfte.

Anbei zwei Eindrücke per Video. Zunächst die Straße außerhalb der Ortschaft.

Die gleiche Straße in einer Ortschaft. Und ja, da sitzen wirklich Menschen auf der Ladung!

Alles in allem kann man in Thailand gut mit dem Auto fahren. Etwas Gewöhnung gehört natürlich dazu. In Australien bin ich monatelang im Linksverkehr gefahren, da konnte ich entspannt drauf aufbauen :) Die größeren Straßen hier sind weitestgehend in sehr gutem bis gutem Zustand.

Zum Abschluss Tims Impressionen in einem Bild von ChatGPT zusammengefasst:

Mareike & Tim

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