Bei mir im Geschichtsunterricht wurde der zweite Weltkrieg mit der „deutschen Brille“ behandelt. War das bei dir auch so? Umso lehrreicher war es, von Geschehnisse in anderen Teilen der Welt zu erfahren. Es sind wirklich grausame Aspekte, die mit dem Denkmal in Kundasang, in der Nähe von Ranau, in Erinnerung behalten werden.

Ein Einblick in die Geschichte Malaysias vorab: Im 18. Jahrhundert wurde eine britische Kronkolonie gegründet, die zunehmend Kontrolle über die Halbinsel erlangte. Die heutigen malaysischen Teile von Borneo, Sarawak und Sabah, wurden ein britisches Protektorat. Der heutige indonesische Teil von Borneo gehörte damals zu einer niederländischen Kolonie.
Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges war das heutige Malaysia unter der Herrschaft von Großbritannien (vereinfacht ausgedrückt). Deswegen wird von britischen und nicht malayischen Soldaten gesprochen. Großbritannien gehörte zu den Alliierten und war somit gegen die Achsenmächte (Deutschland, Italien, Japan, …).
Nach dem Weltkrieg wurde am 31. August 1957 die sogenannte Föderation Malaya ein unabhängiger Staat innerhalb des Commonwealth. Am 16. September 1963 wurde eine neue Föderation unter dem Namen Malaysia gegründet, welche die Föderation Malaya, die britische Kronkolonie Singapur sowie das heutige Sabah und Sarawak auf Borneo umfasste. Der 15. und 16. September sind hier Nationalfeiertage, die wir miterleben werden. Singapur ist 1965 allerdings wieder ausgeschieden.

So viel zur grundlegenden Geschichte, was ich Wikipedia entnommen habe.
Was ist denn während des zweiten Weltkrieges passiert?
Die Japaner als Teil der Achsenmächte haben Borneo im Zeitraum von Dezember 1941 bis Januar 1942 eingenommen. Dabei ist zu erwähnen, dass Borneo doppelt so groß ist wie Deutschland.
Die japanischen Streitkräfte hatten militärische Erfolge und haben Kriegsgefangene (Prisoner of War, POW) genommen. Diese Kriegsgefangenen wurden auf verschiedene Lager verteilt.
Ein Lager war in Sandakan, was an der Ostküste im heutigen Sabah liegt. 1943 waren dort 1787 australische und 641 britische Kriegsgefangene. Sie sollten eine Landebahn für das Militär bauen. Anfangs soll die Behandlung der Kriegsgefangenen akzeptable gewesen sein. Nach und nach wurden Essensrationen gekürzt, es wurde brutale Gewalt angewendet und die medizinische Versorgung gering gehalten. Folterung der Gefangenen durch die Japaner nahm mit der Essensrationierung stetig zu, da es teilweise nicht genügend Essen für die Japaner selbst gab.
Die Landebahn wurde fertig gestellt und die Kriegsgefangenen blieben zunächst in Sandakan. Die Alliierten haben im Januar 1945 irreparabel die Landebahn zerstört. Die Kriegsgefangenen wurden überflüssig und ihre Essensration wurde von den Japanern komplett gestrichen.
Mit der Befürchtung, dass alliierte Truppen 1945 den Osten Borneos einnehmen könnten, wurden die Kriegsgefangene weiter westlich nach Ranau geschickt. Es ist eine Strecke von ~260km durch den Dschungel und das Gebirge. Es gab insgesamt drei sogenannte „Todesmärsche nach Ranau“. Wer zu schwach oder zu krank war, wurde in Sandakan zum Sterben gelassen. Der Weg war Folgender (Quelle):

Es überlebten insgesamt 6 Menschen von den 2434 Kriegsgefangenen aus dem Lager in Sandakan. 1047 Kriegsgefangene sind während der Märsche gestorben, 1381 Kriegsgefangene sind in Sandakan gestorben (290 davon konnten nicht an den Märschen teilnehmen und wurden zurück gelassen/umgebracht). Todesursache waren generell Verhungern, Erliegen an der brutalen Behandlungen bzw. Folter unter den Japanern und Krankheiten. Das Überleben der 6 Menschen war nur durch die Hilfe der einheimischen Bevölkerung möglich. Sie haben ihr Leben riskiert, da die Hilfe zur Todesstrafe führte.

Es waren weitere krasse Aspekte dort zu lesen. Die Geschichten haben mich noch weiterhin beschäftigt. Auf dem Denkmal steht Folgendes (auf Englisch):

Es hat mir verdeutlicht, wieso es „Weltkrieg“ heißt und dass an wie vielen Orten auf der Welt schreckliche Dinge passiert sind. Lasst uns ganz lange weiterhin in Frieden leben.
Mareike