Vom 4. bis 8.9 waren wir im Mulu Park und haben neben Höhlen einiges mehr erlebt. In diesem Artikel geht es zunächst darum, wie vor Ort gelebt wird und wie die Gegend ist und was wir sonst so in der Umgebung gemacht haben. Folgend ist der Blick die Straße von unserer Unterkunft Richtung Mount Mulu.

Der Mulu Park ist so abgelegen, dass man ihn nur über den Luft- und Wasserweg erreichen kann. Es gibt keine Straßenverbindung. Demnach leben die Menschen hier abgeschieden und sind abhängig vom Tourismus. Vor der „Tourismuszeit“ lebten die drei ansässigen Stämme autark im Einklang mit der Natur ohne Notwendigkeit zu Wirtschaften. Das ursprüngliche Wissen wird weiterhin an die nächsten Generationen weiter gegeben (wie man Jagd, notwendige Materialien herstellt und generell wie die Natur einem beim Leben helfen kann).
Zeitlich betrachtet wurde der Park in den 1970ern wissenschaftlich erschlossen. Für Touristen wurde der Park 1985 eröffnet. Der Mulu Flughafen wurde in den 1990ern eröffnet. Zur Heritage Site wurde der Park 2000 anerkannt. Seit dem nimmt der Tourismus stetig zu. Ich kann total verstehen wieso: Es ist ein super gepflegter Park mit tollen Gehwegen und Touren, akzeptable Preise und zuvorkommende Menschen. Das touristische Gebiet ist auf einen kleinen Teil des Mulu Parks beschränkt, wie der folgenden Karte zu entnehmen ist.

Vom Tourismus profitieren jedoch nicht alle aus der Gegend. Es gibt kleinere Siedlungen entlang des Flusses, die ebenso Touren und Aktivitäten anbieten. Diese werden nicht aktiv promotet und man muss wissen, dass es sie gibt um sie zu buchen. Der Mulu Park ist durch seine abgelegene Lage eine „goldene Insel“ für einige aus der Gegend. Wer weiß schon, was in der Vergangenheit und Gegenwart zwischen den Stämmen und Siedlungen vorgefallen ist. Typische Handwerkskunst sind Körbe, Taschen und Hüte aus Rattan:

Wir haben bei Albert im Homestay übernachtet. Seine Häuser sind, wie alle Häuser in der Gegend, auf Pfählen gebaut. In der Regenzeit wird üblicherweise viel Land regelmäßig überschwemmt. Die neuen Häuser sind alle noch viel höher gebaut.

Das Zimmer ist einfach mit einem Bett, einem Regal sowie anliegendem Bad. Das Wasser aus dem Waschbecken läuft einfach in den Garten und das Klowasser wird in Zisternen eingeleitet. Was dann damit passiert, ist unbekannt. Wir haben noch unser mitgebrachtes Moskitonetz aufgespannt. Darunter schläft es sich einfach am entspannendsten. Generell sind durch die Vielzahl an Fledermäusen die Anzahl an Mücken sehr begrenzt – zum Glück. Nur im Schlafzimmer reicht es, wenn eine Mücke da ist.


Die Einheimischen leben teilweise noch einfacher: wir haben Häuser gesehen ohne Moskitonetze an den Fenstern und leere Räume mit nur Matratzen auf dem Boden. Das ist das erste mal in Malaysia, dass ich so eine rudimentäre Lebensart gesehen habe – vielleicht ist das auch nur so in dieser Gegend. Die Menschen sind viel draußen und unterwegs.
Der Fluss ist ein sehr wichtiger Aspekt des Lebens: Nahrungsquelle, Abkühlung, Hygiene und Transport/Fortbewegung. Die Menschen angeln Fische, fangen Krebse und sammeln Seeschnecken. Gleichzeitig ist der Fluss eine super Abkühlung für die heißen Tage. Außerdem haben wir Menschen gesehen, die Körperhygiene im Fluss betreiben. Eine Frau hat sich einfach mit Shampoo die Haare eingerieben. Vermutlich kennen sie die Auswirkungen davon nicht so sehr. Bewusstsein für Plastik ist vorhanden. Es wird sehr viel Wert auf plastikfreie Umgebung gelegt. Es ist wirklich wenig Müll im Fluss. Zuletzt ist der Fluss eine wesentliche Transportmöglichkeit. Eine Sache, die die Einheimischen vorzüglich beherrschen, ist das Bootsfahren auf dem Fluss. Wir sind häufig Strecken mit dem Boot gefahren, um dichter an die Höhlen zu kommen. In der Trockenzeit kann der Fluss theoretisch komplett trocken laufen. Dann sind keine Bootstouren möglich.

Neben den Höhlenaktivitäten (vgl. vorherigen Artikel) waren wir bei zwei Wasserfällen. Der eine war zu Fuß zu erreichen und den anderen haben wir mit dem Boot erreicht. Im Verhältnis zum Wasserfallabenteuer in Indonesien sind die Wasserfälle klein und unspektakulär. Man kann ja auch nicht alles damit vergleichen.

Um den zweiten Wasserfall zu sehen, sind wir ein Flussbett hochgewandert. Zum Glück hatten wir uns sogenannte Adidas Schuhe gekauft: Schuhe mit Gumminoppen und vier Streifen an den Seiten. Damit hatten wir den entsprechenden Grib auf den Steinen. Am Wasserfall selbst konnten wir nicht lange bleiben, da es in der Gegend geregnet hat. Wenn viel Regen fällt, dann steigen die Flüsse rasant an – wie eine Lawine Wasser, dass sich den Weg bahnt. Das kann dann sehr gefährlich sein.

Alles in allem ist der Mulu Park definitiv seine Reise wert. Wir konnten alle Aktivitäten machen, die wir uns vorgenommen haben. Im Vergleich dazu war erst drei Wochen vorher die Gegend überschwemmt, so dass alles abgesagt werden musste. Wir hatten Glück und konnten mit wundervollen Eindrücken nach Kota Kinabalu bzw. zum Mount Kinabalu weiter reisen. Außerdem kommt der angekündigte Artikel zum Wildlife bald.
Mareike
P.S. Die Violin aus dem letzten Artikel befindet sich hier: wer hat es gesehen?
