Hinter den Toren der Reichen oder wo bin ich zur Hölle gelandet!?

Seit Sonntag Abend bin ich in Norwegen und mir gefällt es sehr gut. Es ist so schön hier und die Universität ist sagenhaft. Zum Glück habe ich ganz viele Fotos gemacht, sonst würde mir das wohl kaum einer glauben. Was ich natürlich dazu sagen muss, ist, dass es aufgrund der Ölvorkommen und -förderung, die in den 1970er gestartet ist, ein sehr wohlhabendes und für Ausländer teures Land geworden ist. Kurzes Ratespiel zum Anfang: Diese beiden Dosen Apple Cider (je 0,5 Liter) habe ich im Supermarkt gekauft. Was habe ich wohl dafür ausgegeben? Die Auflösung erfolgt am Ende des Artikels.

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Zurück zum Anfang. Am Sonntag bin ich mit 40 kg Gepäck in Oslo gelandet und habe mein Studentenwohnheimzimmer bezogen. Es ist 10 qm groß und ich teile die Küche sowie das Bad mit sechs weiteren Studenten. Es handelt sich um eine weitere Deutsche, zwei aus den USA, einer aus Kanada sowie zwei aus dem asiatischen Raum. Ich habe sie noch nicht wirklich kennengelernt, weil jeder mit der Willkommenswoche beschäftigt ist, was ein Angebot der jeweiligen Uni ist, damit sich die Studierenden besser kennen lernen. Nur einer meiner Mitbewohner studiert an meiner Business School (jedoch im Bachelorstudiengang), die anderen sind an der Universität Oslo, OsloMet (andere Uni) oder einer Medienschule. Folgend habe ich einige Bilder von meinem jetzigen zuhause eingefügt. Wie erkennbar ist, handelt es sich um eine große Wohngegend. Zu Fuß durchquere ich das Gelände in 7 Minuten.

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Das Studentendorf, in dem ich lebe.

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Mein Zimmer.

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Küche mit …

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… mit kleiner Sitzecke.

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Blick vom Balkon der Küche.

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Vorne links separate Toilette, rechts ein Waschbecken und geradeaus das Bad mit …

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… unserer Dusche.

Alles in allem ist die Größe meines Zimmers absolut ausreichend – wenn nicht sogar optimal – und die Ordnung der Mitbewohner scheint bisher auch OK zu sein. Glücklicherweise hat mein Vorgänger seine Bettdecke hiergelassen, denn wie sich erst nach meiner Ankunft herausgestellt hat, wird normalerweise nur das Bett ohne Bettdecke oder Kissen gestellt. In der Küche müssen wir ebenfalls alles selber kaufen, jedoch haben wir von den vorherigen Studenten viele Küchenutensilien bekommen. Leider fehlt ein Staubsauger – aber wer will den kaufen, wenn jeder nur ein Semester da ist?

Am Montag war mein erster Tag an der BI Business School und ich bin jeden Tag wieder überwältigt. Wie kann eine Universität nur so wohlhabend sein? Anzumerken ist, dass die BI eine Privatschule ist und eine der wenigen Institutionen ist, die Studiengebühren erhebt – die wie man sich gut vorstellen kann, sehr hoch sind. Deswegen studieren dort überwiegend reiche Norweger bzw. die Kinder von reichen Norwegern.

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Der Blick auf den Haupteingang der BI und …

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… der Blick ins Innere.

Die BI hat einfach alles. Und wenn ich meine alles, dann wirklich alles. Mir fällt nichts ein, was die nicht haben. Top und modern ausgestattete kleine und große Hörsäle, Gruppenarbeitsräume, viele Bereiche zum Arbeiten, Computer überall, Druckerräume, Mensa, eine Bar, Buchladen, Fitnessstudio, kleine Shoppingmall, Coffee Shops  und vieles mehr. In meinen besten Träumen hätte ich niemals gedacht, dass eine Universität überhaupt so sein kann – es sieht eher aus wie ein Hotel Ressort. Unglaublich. Ich kann es immer noch nicht fassen, wo ich aufgenommen wurde. Anbei ein paar bildhafte Eindrücke. Alles ist so hell, weitläufig, offen, modern und lichtdurchflutet.

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Viele Sitzgelegenheiten überall (zuhause in der Uni haben wir keinen einzigen Tisch zum Arbeiten am ganzen Institut!).

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Separate Gruppenarbeitsräume, die online reserviert werden können. Es gibt sogar kleine zugängliche Konferenzräume mit Beamern.

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Wie ich schon angedeutet habe, gibt es eine Willkommenswoche. Während dieser Zeit lernen sich die zukünftigen Studierenden kennen. Einerseits werden allgemeine Informationen verbreitet (Registrierung, …) und interessante Kurse angeboten (Feedback geben und nehmen, persönliche Entwicklung …), andererseits gibt es viele Gruppenspiele und Partys. Dadurch wird das Kennenlernen vereinfacht und eine kollektive Umgebung (Wir-Gruppen Identität) geschaffen. Während der Willkommenswoche wurden wir in Gruppen (20 Personen pro Gruppe) aufgeteilt, weil das besser zu koordinieren ist. Leider bin ich in eine Gruppe gekommen, die nur irgendwas mit Finanzen studieren. Im Semester werde ich keinen einzigen Kurs mit den belegen und bisher habe ich nur zwei weitere Personen getroffen, die überhaupt einen Kurs mit mir zusammen belegen. Das ist etwas ungünstig und ich weiß immer noch nicht, warum ich nicht in eine andere Gruppe gekommen bin. Nächste Woche Dienstag startet der erste Kurs und dann werde ich wieder viele neue Menschen kennenlernen.

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Die letzten drei Abende war ich unterwegs, habe tolle Leute getroffenund hoffe, dass wir weiterhin in Kontakt stehen werden. Ich habe Norweger kennengelernt und war gestern die einzige internationale Studentin in der Gruppe. Das ist einerseits toll, weil ich mich gerne mit Einheimischen umgebe, andererseits sprechen sie überwiegend norwegisch – es sei denn, sie reden mit mir. Das ist nicht immer einfach, weil sie extra für mich die Sprache wechseln (Norweger können meistens sehr gut englisch). Würde ich mich mit anderen Internationals umgeben, werden die Gespräche immer auf Englisch geführt.

Bisher war ich in einem Nachtclub, einer deutschen Bierbar mit Oktoberfeststimmung, einer Cocktailbar und auf einer Bootparty. Meistens haben wir uns vorher bei jemandem zuhause getroffen und sind dann weiter. Um zur Frage vom Anfang zurückzukommen: Zwei Apple Cider kosten 7,60 Euro im Laden. Im Club kostet ein Cocktail 14 Euro (0,4 l meistens) und ein Bier um die 10 Euro (0,4-0,5 l). Im Laden kostet ein Flaschenbier übrigens 4 Euro, für alle die jetzt darüber nachdenken, wie teuer ihr Lebensstil in Norwegen ist.

Wie es die nächsten Tage weitergeht, weiß ich noch nicht. Mein einziges Vorhaben bisher ist das Ausprobieren des Fitnessstudios. Außerdem möchte ich Oslo erkunden, solange das Wetter noch gut ist. Hier wird es Herbst, gefühlt sind wir gerade im Oktober angekommen – ich weiß gar nicht, warum ich eine kurze Hose und Sandalen mitgebracht habe. Und dann wird es wieder Zeit zur Uni zu gehen.

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Mareike

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