Mir geht es sehr gut und ich erlebe viel. Letztes Wochenende bin ich mit sieben weiteren Personen, davon zwei Arbeitskollegeninnen jeweils mit ihrem Mann, einem Arbeitskollegin sowie noch zwei weitere Personen nach Idaho zum Rafting gefahren. Der Ausflug wurde von uns selber geplant und das nötige Equipment ausgeliehen. Am Freitag direkt nach der Arbeit ging es los – es sollte eine 3.5 stündliche Fahrt zu unserem Campingplatz sein.
Nach 5 Stunden Fahrt, davon mind. 3 Stunden auf den Dirtroads in den Bergen im Nationalpark unterwegs, haben wir verzweifelt nach einem Campingplatz ausschau gehalten. In Idaho ist es erlaubt „Eindringlinge“ auf dem Privatgrundstück zu erschiessen. Da es sehr spät wurde, wollten wir auf einer Wiese campen, jedoch hatten wir eine sehr unangenehme Situation, weil das Privatgelände war und der Besitzer dies deutlich kundtat. Sehr schnell sind wir weiter gefahren bis wir einen öffentlichen Campingplatz gefunden hatten.

Am nächsten Morgen waren wir eine weitere Stunde unterwegs – endlich hatten wir den Fluss erreicht.

Das Raftingboot war für 8 – 10 Leute geeignet und somit sehr groß. Die vorgenommene Strecke umfasste 20 Milen auf dem Fluss (32 km). Wir hatten ein Auto zur Endstation gefahren und zwei Autos am Anfang gelassen. Endlich ging es auf’s Wasser.
Die Umgebung war so wie ich ein Bild von Kanada im Kopf habe: Tannenwälder, springende Lachse im Fluss, Bären (keinen gesehen, leben jedoch in der Gegend) und Greifvögel am Himmel. Es war sehr schön.

Leider war etwas wenig Wasser im Fluss und wir sind beim Rafting auf vielen Steinen hängen geblieben. Außerdem war das Boot aufgrund der Größe nur schwer manovrierfähig, so dass wir oft gegen Steine gestossen sind. Es gab eine unüberwindbare Stromschnelle auf dem Weg, bei denen alle (ausser einer) über die Steine klettern mussten. Es hat über eine Stunde gedauert, dass Boot über die im folgenden Bild dargestellte Passage zu bekommen. Des Weiteren war ein körperlich Behinderterer an Board, was ein sehr großes Problem darstellt, wenn er nicht gehen kann! Er ist die Stromschnelle runtergekommen – Helm und Schwimmweste sind nicht ohne Grund Pflicht.

Es wurde bereits nachmittags, Wolken zogen auf und wir hatten erst ca. 7 der 20 Milen geschafft. Wir haben abgebrochen, welche sind zum Auto gehitchhiked, andere haben das Boot aus dem Wasser gezogen und zur Straße getragen. Das klingt einfach, es war es aber durch Gestrüpp und 30% Steigung hoch zur Straße nicht. Alle haben das Abenteuer gut überstanden. Es hat trotz des Vorfalls viel Spass gemacht. Im Nachhinein war es besser abzubrechen und wenn die Autos an der Stelle geparkt worden wäre, ist die Distanz vollkommen ausreichend gewesen.
Ansonsten geht es mir gut, die Arbeit kommt gut voran und ich genieße den Sommer. Am Dienstag geht es zur Quizrunde im nahegelegenden Pub, auch wenn ich keine Ahnung habe (überwiegend regionale bzw. amerikanische Fragen zB. Maskottchen von Universitätsmannschaften). Ich bin trotzdem gerne dort. Am Freitag ist ein Ausflug mit dem International Center geplant, am Samstag werde ich das erste Mal bei einem Footballspiel sein. Am nächsten Montag ist Labourday – ein Feiertag hier in der USA. Mal gucken, was ich noch so mache.
Über das Fitnesscenter habe ich mich für Sunset Paddle Board Yoga und North Idaho Backpacking angemeldet. Beim erstgenannten Ausflug geht es an den Snake River (dort war ich schon mal) und es heisst „Come enjoy this beautiful river as you watch the sun set. Participants will learn basic yoga moves that they will try from their own stand up paddle board as it is anchored in the water. Whether you are an experienced paddle boarder or you have never been on a paddle board before, this trip will be a great experience! This is one of our most popular and well-liked trips.“ Beim Backpacking werde ich für ein Wochenende unterwegs sein und ich bin gespannt, wie das wird. „In this backpacking trip, you’ll travel to northern Idaho to explore the magnificent Selkirk Mountains and Priest Lake area! This area home to rugged granite peaks topping 7,000 feet in elevation, spectacular Priest Lake, mountain streams, and plentiful wildlife. You’ll learn backcountry camping and travel skills such as how to purify your drinking water, how to cook on a backpacking stove, and how to hike/camp utilizing “Leave No Trace†principles. Trip rating is level 2. Good physical conditioning is needed, no experience necessary. Participants can expect to hike anywhere between 3-12 miles per day with an overnight backpack on.“
Wer sich die Kurse allgemein angucken möchte, ist herzlich eingeladen, diesem LINK zu folgen. Es gibt viele tolle Angebote, beispielsweise auch eine Reise zum Grand Canyion – dort möchte ich unbedingt hin!
Die Zeit vergeht so schnell, denn bereits die Hälfte meines Praktikums ist geschafft. Es wird Zeit, meinen Urlaub danach zu planen. Wunderbar.
Mareike

P.S. Sorry für mein schlechteres Deutsch. Ich muss bereits über die richtige Grammatik nachdenken…