Der Weg zum Praktikum

Viele Wege führen zu einem Praktikum im Ausland und hier möchte ich meinen darstellen. Im Oktober 2015 habe ich mich erkundigt, welche Möglichkeiten es gibt ins Ausland zu gehen. Ich habe von Erasmus, Iaste, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (kurz DAAD) und einigem mehr erfahren.

Der DAAD bietet Forschungspraktika speziell für Naturwissenschaftler und Naturwissenschaftlerinnen an. Das sogenannten RISE Weltweit-Projekt (Research Internships in Science and Engineering) unterstützt Studenten mit einem Vollstipendium, einer Flugpauschale und den notwendigen Versicherungen. Jedem Bewerber wird eine lange Liste geschickt mit Ort, möglichem Zeitraum, möglicher Dauer, kurze Beschreibung, Vorraussetzungen und noch einigem mehr. Maximal kann man sich auf drei Projekte bewerben, was ich getan habe. Für eine Bewerbung waren neben einem Lebenslauf, Sprachnachweis, projektbezogene Motivationsschreiben, Transkript of Record (Notennachweis) auch ein Gutachten von einem Professor notwendig (Danke nochmal). Ende November habe ich die Bewerbung abgeschickt: ein Projekt in Singapur, ein Projekt in Kanada und ein weiteres in der USA. Alle Projekte gehörten zur Kategorie Theoretische Chemie.

Ende Januar kamen Zweifel in mir auf, denn dieses Praktikum würde bedeuten, dass ich diesen Sommer ohne Freunde verbringe. Da ich im letzten Sommer sehr viel gearbeitet hatte, war meine Zeit damals ebenfalls begrenzt. Des Weiteren gefielen mir zwei Projekte gar nicht so sehr – ich wollte eigentlich nur in die USA. Da ich noch keine Rückmeldung bekommen hatte, habe ich gewartet. Online stand, dass bis Ende März alle Zusagen verteilt werden.

Ende Februar kam unerwartet die Zusage! Ich war zu dem Zeitpunkt in Südafrika im Urlaub und war sehr überwältigt. Jeglicher Zweifel war verflogen und ich habe mich so sehr darüber gefreut, dass es mein favorisiertes Projekt wurde. Die Absprache zwischen mir, meinem Chef und einer Verantwortlichen bei RISE hat unter der Voraussetzung, dass ich im Urlaub war, sehr gut geklappt.

Ab Ende März hatte ich einen regen Austausch mit der Washington State University. Ich musste viele Dokumente einreichen und der Visa-Prozess gestaltete sich als zeitaufwendig. Es wurden viele Informationen benötigt. Beispielsweise musste ich nachweisen, dass ich mehr als 1500$ monatlich zur Verfügung habe. Nachdem ich das alles geregelt hatte, habe ich sämtliche Visa-Gebühren bezahlt (unglaublich, unerwartet teuer!) und bin nach Berlin zum Konsulat gefahren. Dort habe ich den Visa-Prozess Anfang Juli entgültig abschliessen können.

Mitte Juni (ohne Visum) habe ich bereits den Flug von Hamburg nach Pullman gebucht, da die Ticketpreise immer teurer wurden und dieser in der Höhe sowieso nicht von der Pauschale gedeckt werden konnte.

Alles in allem bin ich sehr froh, dass es solche Projekte wie das RISE Programm gibt, weil es finanzielle Sicherheit gibt und vielen Studenten überhaupt ermöglicht solch ein Praktikum zu absolvieren. Der Weg ist sehr lang, man sollte sich rechtzeitig erkundigen (3/4 Jahr vorher) und der Prozess nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, da sehr viel Papierkram zu erledigen ist. Meiner Einschätzung nach lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall.

Mareike

Kommentar verfassen

Nach oben scrollen
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner