Weltentdecken veraendert

„Wie er/sie wohl wieder zuruekkommen wird“ – „Sie/Er wird sich bestimmt veraendert haben“. Solche Kommentare werden haeufig gemacht, wenn jemand lange von zuhause weg ist. Stimmt es? Wenn ja, woran koennte es liegen?

Als Backpacker reist man viel, man ist oft unterwegs und trifft die unterschiedlichsten Menschen mit verschiedenen Hintergründen (Kultur, Religion, soziales Leben, Wertvorstellungen,..). Hinzukommt, dass man ueber die verschiedensten Lebensstile spricht, Ereignisse aus verschiedene Sichtweisen betrachtet und allgemein sehr viel hinterfragt. Ist die Art zu Leben, wie sie uns in Deutschland als Ideal beigebracht wird, auch meine persoenliche Lebensweise?
Ich hinterfrage die Ideale und Werte und komme zu meiner ganz persönlichen Meinung. Dadurch, dass man verschiedene Seiten kennengelernt hat, kann man für sich persönlich die beste Vorstellung/ Einstellung auswählen.

Wie sehr die Sichtweise das Weltbild prägt, möchte ich am folgenden Beispiel erläutern. Es ist ein sehr einfaches doch effektives Beispiel: die Weltkarte.
Europäische Sicht: Europa in der Mitte – wir sind im Zentrum – Asien wirkt klein und Amerika an den Rand gedrängt. (Karte wird verschönert, wenn ich wieder in Rocky bin. Quelle: Google Maps)

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Asiatische Sichtweise: Asien zentriert und Europa ist nur ein kleiner Teil irgendwo am Rand.

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Amerikanische Sichtweise: Der Kontinent ist der Mittelpunkt der Karte (sowie der Erde..) und alle weiteren Kontinente sehen klein(er) im Vergleich aus.

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Nun kannst Du dir (vermutlich) selber beantworten, welchen Einfluss eine Karte auf eine Gesellschaft haben kann. Ich persönlich könnte einen Aufsatz darüber schreiben. Er würde unter anderem von den verschiedenen Betrachtungsweisen, der „Wirklichkeit der Dimensionen“, der unterbewusste Beeinflussung auf das Weltbild sowie deren Folgen handeln.

Hier, entfernt von den Idealen, Vorstellungen und Werten der „westlichen“, europäischen sowie deutschen Lebensweise, kann man sich weitgehend ohne Zwänge entfalten (- man ist natürlich der australischen Sichtweise ausgesetzt). Das Ich steht im Fokus, was einen jedoch nicht zum Egoisten macht. Es geht eher darum, sich selbst zu finden und seine Ziele, Bedürfnisse und Vorstellungen zu überdenken und neu bzw. erweitert zu definiert.
Hier hat man die Möglichkeit sein Leben zu öffnen und ohne in eine soziale Rolle gequetscht zu sein zu leben.
Natürlich gibt es Vorurteile gegenüber anderen, doch man gewinnt zunehmend mehr Toleranz gegenüber alle Typen von Mensch.

In meiner Nachbarschaft bzw. von meinen „Freunden“ (sie so zu nennen ist einfacher) bin ich die einzige Hellhäutige. Meine Mama meint nur dazu, früher wäre das undenkbar gewesen. Die Hautfarbe wird einfach ignoriert und vergessen; nur auf Fotos fällt es auf, weil ich so hell im Gegensatz zu den anderen bin, dass meine Haut schneeweiß im Vergleich zu den anderen aussieht (ein wenig braun ist sie jedoch).

Eines Abends saßen wir zusammen und wir haben über Geld gesprochen.
Der wohl dominierenste Part unserer Gesellschaft ist nämlich Geld. „Du musst gut in der Schule sein, damit du einen guten Abschluss bekommst, damit du ein/e gute/s Studium/ Ausbildung absolvieren kannst. Wenn du das erfolgreich geschafft hast, wirst du reich und kannst gut leben“. Also geht es für viele direkt von der Schule ins Studium (bzw. Ausbildung) ins Berufsleben.
Doch die Dinge, die man ausserhalb dieser Einrichtungen erlebt, sind unbezahlbar und geben einen (mindestens mir) Zufriedenheit, Glück, Erfahrung und erweitern den Horizont. Ein Aboriginie meinte zu mir: „Dein Glück kannst du nur in der Natur finden. Deswegen reise so viel wie du kannst und entdecke die Natur und somit dich selbst.“
Lieber sterbe ich arm und habe die Welt gesehen, anstatt mein lebenlang nur gearbeitet zu haben.
Lebe jetzt, denn später ist irgendwann zu spät. Ausserdem umgeht man somit dem Erbschaftsstreit (wie viele Familien sind daran zerbrochen? Dieses Phänomen verdeutlicht wiederum die Stellung des Geldes innerhalb der Gesellschaft..).

Eine Einrichtung, die es bereits hunderte von Jahren gibt und die nächste Generation lehrt und (versucht) zu erziehen, ist die Schule.
Schule ist für mich kein einfaches Thema. Irgendetwas muss gelernt werden, man hat nur begrenzte Zeit und Kapazitäten und zu viele Individualitäten mit den unterschiedlichste Eigenschaften, auf die keine Rücksicht genommen werden kann. Das Schulsystem erzeugt (natürlich) ein gewisses Weltbild, denn die nächste Generation wird vorbereitet und ausgebildet.
Ich bin so froh zu reisen, weltoffener zu werden und die Welt auf eine andere Art und Weise kennen zu lernen, als man es möglicherweise in der (begrenzten) Schule gelehrt bekommen hat. Dieses soll kein Artikel über die Schule werden, deswegen nur noch eine Metapher: Schule ist wie eine Farbpalette. Sie gibt dir die Möglichkeit sowie einen gewissen Freiraum um selber ein Bild zu gestalten. Du hast dich für deine Farben entschieden. Mit jeder weiteren Klasse nimmt dein Bild Form und Farbe an. Doch am Ende deiner Schullaufbahn werden alle Farbtöne bewertet, selbst wenn du nur grün und orange verwendet hast.

Folgendes möchte ich abschließend über Afrika mitteilen. Es ist eine Schande, dass in Europa das Bild von einem armen Kontinent geprägt wird, dass nur durch Hilfe anderer überleben kann. Naja, ich lebe mit so vielen Afrikanern (aus den unterschiedlichsten Ländern und Stämmen) zusammen, die mir das Gegenteil beweisen. Natürlich gibt es unleugbare Probleme, doch welches Land hat sie nicht? Ich möchte nichts verschönern, doch die überwiegend einseitige europäische Sichtweise ist auch nicht richtig. Meiner Meinung nach sind Extreme nie gut.
Vielleicht sollten wir mehr auf uns selber achten, denn wer weiss schon, wie „Europa“ in fünf Jahren aussieht?…

Mein Fazit kurz zusammengefasst: durch Reisen gewinnt man unglaublich viele Eindrücke und man lernt unterschiedliche Sichtweisen kennen. Dadurch bildet man seine eigene Vorstellung.
Ob man diese Vorstellung bereits schon vorher hatte, jedoch aufgrund von sozialen, kulturellen und/ oder religiösen Faktoren nicht ausleben konnte, ist ungewiss.
Dennoch sollte man die negativen Auswirken des Reisens, wie ich sie beispielsweise im Artikel „überall Egoisten und Diebe“ geschildert habe, weder unterschätzen noch ignorieren.

Mareike

1 Kommentar zu „Weltentdecken veraendert“

  1. Pingback: Ende März geht es nach Hause | Mareikes Blog

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